Integrations- und Migrationsarbeit

Integrations- und Migrationsarbeit

Integrations- und Migrationsarbeit

„Wenn die Leute Menschen wären, gäbe es kein Ausländerproblem.“

Peter. E. Schumacher

 

Die deutsche Bevölkerungsstruktur ist seit Jahrzehnten erheblichen Veränderungen ausgesetzt. Deutschland ist bunter und internationaler geworden. Mit einem Anteil von 20,3% Menschen mit Zuwanderungsgeschichte an der Gesamtbevölkerung ist Deutschland ein traditionelles Einwanderungsland. Viele Zugewanderte suchen Wege, um in Deutschland zu leben, zu arbeiten und ihre Familien zu versorgen. Gründe aktueller Wanderungsbewegungen sind unter anderem Kriege, Hungersnöte, Naturkatastrophen und Menschenrechtsverletzungen in vielen Teilen der Welt und in unterschiedlich starken Ausprägungen.

 

Unsere Arbeit basiert auf dem Leitgedanken, dass in einer multikulturell geprägten Gesellschaft das Zusammenleben und die interkulturelle Verständigung aktiv gestärkt werden muss. Wichtig ist uns dabei, dass ein wertschätzender Umgang miteinander gefördert wird. Wir orientieren uns in unserer Arbeit an den Bedürfnissen der Ratsuchenden, indem wir individuelle Unterstützungsangebote unter Mitwirkung der Menschen und unter Berücksichtigung ihrer vorhandenen Ressourcen und Kompetenzen entwickeln. Unter Migrationsarbeit verstehen wir bei Ronahi e.V. den Ausbau und die Stärkung einer integrativen bzw. inklusiven Gesellschaft, die Sicherstellung der gleichen Teilhabechancen für Einwanderinnen und Einwanderer, gleiche jedoch individuell abgestimmte Unterstützung für alle Menschen, Förderung von Anerkennung und Zugehörigkeit.

 

Ronahi e.V. realisiert diese Ziele und Leitgedanken durch professionelle Dienstleistungen und bürgerliches Engagement, frei nach dem Motto: Dabei sein und dazugehören - Miteinander in Vielfalt.

 

Unsere derzeitigen Angebote in der Integrations- und Migrationsarbeit, die zudem Bestandteil der Ehrenamtsarbeit sind, sind folgende:

  • Begleitungen zu Terminen bei Behörden, Ärzt*innen, Anwälten etc. (ehrenamtlich)

  • Sozial- und Migrationsberatung (ehrenamtlich)

  • Frauengesprächsrunde (in Koop.)

  • Sport (in Koop.)

  • Männertreff (selbstorganisiert)

  • Diskussionsrunde für Mädchen und junge Frauen (ehrenamtlich)

  • Frühstück für Frauen (in Koop.)

  • Menschen stärken Menschen

 

Zudem sind wir als Interkulturelles Zentrum auch Begegnungsstätte - Menschen mit und ohne Migrationshintergrund können sich bei uns treffen und aufhalten, ihnen wird die Möglichkeiten des Austausches geboten, die Chance andere Menschen mit ähnlichen Erfahrungen zu treffen, Kontakte zu knüpfen, verschiedene Sprachen zu sprechen, unterschiedliche Kulturen und Länder kennenzulernen und Freundschaften aufzubauen.

 

Eine besondere Stellung in dem Arbeitsbereich Integrations- und Migrationsarbeit nimmt derzeit die Flüchtlingsarbeit ein.

 

1,1 Millionen Flüchtlinge wurden 2015 in Deutschland registriert, etwa fünfmal so viele wie noch im Jahr 2014. In Deutschland suchen sie Schutz und die Chance auf ein neues Leben. Doch die Lebenssituation von Flüchtlingen im neuen „Heimatland“ ist überaus belastend und häufig dominiert von Gefühlen des Abgelehntwerdens und der Entwurzelung. Traumatisierung auf Grund von Kriegs- und Gewalterfahrungen, Verfolgung, Trennung und Verlusten tun ihr Übriges.

 

Herausgerissen aus ihrem gewohnten familiären und gesellschaftlichen Umfeld, angekommen in einer vollkommen anderen Kultur, in der ihnen von der Aufnahmegesellschaft häufig mit Vorurteilen und Vorbehalten begegnet wird, beginnen Geflüchtete ein Leben in der Warteschleife zu führen: Sie warten darauf, dass sie ihren Antrag stellen dürfen, dann warten sie auf das Ende des Asylverfahrens, Warten auf das Ergebnis eines möglichen dazu gehörigen Gerichtsverfahrens, Warten auf die Erteilung einer Arbeitsgenehmigung, Warten auf die Erteilung einer Duldung, Asylgestattung und deren Verlängerung.

 

Aufgrund unterschiedlicher politisch-administrativen Abläufe, z.B. asylrechtliche Verfahren, Ausschluss vom Arbeitsmarkt auf unbestimmte Zeit, fehlende Kursplätze etc. ist es für die meisten Flüchtlinge auch nach Jahren nicht möglich, ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Das Leben der Flüchtlinge ist geprägt von Perspektivlosigkeit und einer Lebenslage am Rande der Gesellschaft.

 

Ronahi e.V. möchte mit einem professionellen umfassenden Beratungs- und Unterstützungsangebot dazu beitragen den beschriebenen Umständen, in denen die Geflüchtete leben (müssen), entgegenzuwirken und die Betroffenen dabei zu unterstützen, ihre Potentiale an Selbstbestimmung und Eigeninitiative zu erhalten, bzw. zu entwickeln.

 

Derzeit betreut unser Flüchtlingshilfeteam geflüchtete Menschen in dezentralen Wohnungen in den Gropiusterassen in Bochum Querenburg und in Wohnungen an der Gerther Strasse und in der Zillertalstrasse.

 

Zudem bieten wir eine Regionale Flüchtlingsberatung an.